Steiermärkisches Ortsbildgesetz

Quelle: 

Ortsbildgesetz 1977

Stand zum Zeitpunkt der Erfassung:

Fassung vom 26.12.2021

ÖNorm L 1136

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§ 1 Allgemeines / Geltungsbereich
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Geltungsbereich

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§ 1 (1)
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(1) Dieses Landesgesetz regelt das Bauwesen im Land Oberösterreich, soweit es sich nicht um technische Anforderungen an Bauwerke handelt. (Anm: LGBl.Nr. 34/2013)

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§ 1 (2)
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(2) Soweit durch Bestimmungen dieses Landesgesetzes der Zuständigkeitsbereich des Bundes berührt wird, sind sie so auszulegen, daß sich keine über die Zuständigkeit des Landes hinausgehende rechtliche Wirkung ergibt.

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§ 1 (3)
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Dieses Landesgesetz gilt nicht für

  • 1.bauliche Anlagen, die abfall- oder abfallwirtschaftsrechtlichen, berg- oder schifffahrtsrechtlichen Vorschriften unterliegen;

  • 2. bauliche Anlagen, die wasserrechtlichen Vorschriften unterliegen und unmittelbar der Benützung der Gewässer (zB Anlagen zur Wasserversorgung, Abwasserentsorgung oder Energiegewinnung) oder unmittelbar der Abwehr ihrer schädlichen Wirkungen (Schutz- und Regulierungswasserbauten) dienen;

  • 3. bauliche Anlagen, die eisenbahn-, seilbahn- oder luftfahrtrechtlichen Vorschriften unterliegen;

  • 4. bauliche Anlagen, die spezifisch militärischen Zwecken dienen, wie Befestigungsanlagen, Munitionslager, Flugplätze, Luftraumüberwachungseinrichtungen, Fernmeldeanlagen und sonstige im öffentlichen Interesse geheimzuhaltende Militäranlagen;

  • 5. bauliche Anlagen, die der Leitung oder Umformung von Energie dienen, wie Freileitungen, Leitungsmasten, Transformatorenstationen, Kabelstationen und -leitungen, Gasreduzierstationen und -leitungen, Pumpstationen, Fernwärmeleitungen und dgl., soweit es sich nicht um Gebäude handelt;

  • 5a. Stromerzeugungsanlagen, soweit sie dem Oö. Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2006 unterliegen, ausgenommen Windkraftanlagen gemäß § 25 Abs. 1 Z 7 sowie Photovoltaikanlagen gemäß § 25 Abs. 1 Z 7a;

  • 6. Funkanlagen, die telekommunikationsrechtlichen Vorschriften unterliegen, einschließlich der dazugehörigen Antennen, soweit es sich nicht um Gebäude oder um Anlagen im Sinn des § 24 Abs. 1 Z 5 oder § 25 Abs. 1 Z 1 handelt;

  • 7. bauliche Anlagen, die forstrechtlichen Vorschriften unterliegen, soweit es sich nicht um Gebäude handelt;

  • 8. straßenrechtlichen Vorschriften unterliegende Straßen und deren Bestandteile, Kanäle, Brücken und Stege;

  • 9. Wohnwagen, Mobilheime und andere Bauwerke auf Rädern, soweit sie zum Verkehr behördlich zugelassen sind, oder dem Campieren dienende Anlagen auf Campingplätzen gemäß § 70 Abs. 2 Oö. Tourismusgesetz 2018;

  • 10. Zelte, soweit es sich nicht um Gebäude handelt; Bauwerke für eine vorübergehende Dauer von höchstens vier Wochen, soweit sie nicht Wohn- oder sonstigen Aufenthaltszwecken dienen;

  • 11. Telefonzellen, Warenautomaten und ähnliche Einrichtungen;

  • 12. Zelte, bewegliche Stände, Schaubuden und ähnliche Einrichtungen auf Märkten, Ausstellungen, Zeltfesten und dgl.; Ausstellungsgegenstände und dgl.;

  • 12a. die dem Oö. Veranstaltungssicherheitsgesetz unterliegende Nutzung bestehender baulicher Anlagen;

  • 13. bauliche Anlagen zum Schutz vor oder zur Abwehr von Naturgefahren, die von einer Gebietskörperschaft errichtet werden, soweit es sich nicht um Gebäude handelt. 

  • 14. Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen aller Art, soweit es sich nicht um Gebäude oder um sonstige Bauwerke im Sinn des § 24 Abs. 1 Z 2 handelt;

  • 15. Anlagen, soweit sie dem Oö. Luftreinhalte- und Energietechnikgesetz 2002 unterliegen, ausgenommen thermische Solaranlagen gemäß § 25 Abs. 1 Z 7a; 

  • 16. Messstellen gemäß § 5 Immissionsschutzgesetz - Luft;

  • 17. jagdliche Ansitzeinrichtungen wie Ansitzleitern, Jagdsitze, Jagdschirme, überdeckte oder begehbare Jagdhochstände mit einer nutzbaren Bodenfläche bis zu 3 m2 sowie Wildzäune;

  • 18. Gipfelkreuze, Bildstöcke, Marterl, Fahnenstangen und dgl.

(Anm: LGBl. Nr. 70/1998, 96/2006, 36/2008, 34/2013, 44/2019, 55/2021, 62/2021)

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§ 2 Allgemeines / Begriffsbestimmungen
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Begriffsbestimmungen

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§ 2 (1)
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(1) Im Sinn dieses Landesgesetzes bedeutet:

  • 1. Bebautes Grundstück oder bebauter Grundstücksteil: Grundstücke oder Grundstücksteile, auf denen sich nach diesem Landesgesetz bewilligungspflichtige oder nach § 24a anzeigepflichtige bauliche Anlagen befinden;

  • 2. Flächenwidmungsplan: Flächenwidmungsteil im Sinn von § 18 Abs. 1 Z 1 Oö. Raumordnungsgesetz 1994.  (Anm: LGBl.Nr. 125/2020, 55/2021)

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§ 2 (2)
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(2) Im übrigen gelten die Begriffsbestimmungen des Oö. Bautechnikgesetzes 2013. (Anm: LGBl.Nr. 34/2013) (Anm: LGBl. Nr. 70/1998)

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§ 3 Bauplätze / Allgemeines
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Allgemeines

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§ 3 (1)
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(1) Der Neu-, Zu- oder Umbau von Gebäuden darf nur auf Grundflächen bewilligt werden, für die eine Bauplatzbewilligung nach Maßgabe der Bestimmungen der §§ 4 bis 7 vorliegt oder gleichzeitig mit der Baubewilligung erteilt wird.

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§ 3 (2)
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(2) Abs. 1 gilt nicht für:

  • 1. Baubewilligungen, die gemäß § 35 Abs. 5 nur auf Widerruf oder nur für einen fünf Jahre nicht übersteigenden Zeitraum erteilt werden;

  • 2. Baubewilligungen für Gebäude auf Verkehrsflächen;

  • 2a. Baubewilligungen für zur Gänze unter dem künftigen Gelände gelegene Gebäude oder Gebäudeteile;

  • 3. Baubewilligungen für Gebäude im Grünland (§ 30 Abs. 2 bis 10 Oö. Raumordnungsgesetz 1994);

  • 4. Baubewilligungen für unmittelbar der Land- und Forstwirtschaft dienende Gebäude im Dorfgebiet (§ 22 Abs. 2 Oö. Raumordnungsgesetz 1994);

  • 5. Baubewilligungen für Gebäude, die nicht für Wohnzwecke bestimmt sind und baurechtlich nur untergeordnete Bedeutung haben (wie Garagen, kleine Kapellen, Garten- und Gerätehütten, Boots- und Badehütten, Gebäude für Umspann-, Umform- und Schaltanlagen und dgl. jeweils mit einer bebauten Fläche bis zu 70 m2), wenn Interessen an einer zweckmäßigen und geordneten Bebauung dadurch nicht verletzt werden.

(Anm: LGBl.Nr. 70/1998, 96/2006, 34/2013, 55/2021)


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§ 3 (3)
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(3) Grundstücke, deren Grenzen sich zur Gänze mit den in einem rechtswirksamen Bebauungsplan festgelegten Bauplatzgrenzen decken, gelten ohne Bewilligung nach § 5 als Bauplätze, wenn und sobald die ansonsten mit der Bauplatzbewilligung verbundenen Anliegerleistungen gemäß § 16 bis § 18 erbracht sind und die erforderliche Verbindung zum öffentlichen Straßennetz her- oder sichergestellt ist. Im Zweifel hat die Baubehörde die Bauplatzeigenschaft über Antrag des Grundeigentümers mit Bescheid festzustellen.

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§ 4 Bauplätze / Antrag
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Antrag

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§ 4 (1)
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(1) Die Bauplatzbewilligung ist bei der Baubehörde schriftlich zu beantragen. Der Antrag hat zu enthalten:

  • 1. den Namen und die Anschrift des Antragstellers;

  • 2. den Namen und die Anschrift des Eigentümers der betroffenen Grundstücke;

  • 3. die Grundstücksnummern und Einlagezahlen der betroffenen Grundstücke sowie die Katastralgemeinden, in denen diese Grundstücke liegen;

  • 4. die vorgesehenen Veränderungen;

  • 5. Angaben über die beabsichtigte Verbindung des Bauplatzes mit dem öffentlichen Straßennetz (§ 6 Abs. 3 und 4), über die beabsichtigte Art der Energieversorgung, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie über die dem Antragsteller bekannten Bodenverhältnisse.

(Anm: LGBl. Nr. 70/1998)

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§ 4 (2)
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(2) Dem Antrag auf Bauplatzbewilligung ohne gleichzeitige Änderung der Grenzen von Grundstücken sind anzuschließen:

  • 1. soweit vorhanden - ein nach dem Forstgesetz 1975 oder den Richtlinien der Bundeswasserbauverwaltung erstellter Plan, der für den betreffenden Bereich die Gefahrenzonen darstellt; 

  • 2. die Zustimmung des Grundeigentümers (der Miteigentümer), wenn der Antragsteller nicht Alleineigentümer ist;

  • 3. im Fall von Baubeständen oder Leitungen ein Plan, in dem die auf den Grundstücken vorhandenen Baubestände (Gebäude und Schutzdächer) sowie die ober- und unterirdischen Leitungen dargestellt sind.

(Anm: LGBl. Nr. 96/2006, 55/2021)

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§ 4 (3)
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(3) Dem Antrag auf Bauplatzbewilligung bei gleichzeitiger Änderung der Grenzen von Grundstücken (Teilung) sind anzuschließen:

  • 1. - soweit vorhanden - ein nach dem Forstgesetz 1975 oder den Richtlinien der Bundeswasserbauverwaltung erstellter Plan, der für den betreffenden Bereich die Gefahrenzonen darstellt;

  • 2. die Zustimmung des Grundeigentümers (der Miteigentümer), wenn der Antragsteller nicht Alleineigentümer ist;

  • 3. ein Plan in dreifacher Ausfertigung oder im Fall einer elektronischen Einreichung ein digitaler Plan in einfacher Ausfertigung im maximalen Planformat DIN A3, der den bundesgesetzlichen Bestimmungen über Pläne für eine grundbücherliche Teilung entsprechen muss; in diesem Plan, soweit es die Übersichtlichkeit erfordert, in einem gesonderten Plan, müssen auch die auf den Grundstücken allenfalls vorhandenen Baubestände (Gebäude und Schutzdächer), die ober- und unterirdischen Leitungen sowie die Verbindung der Grundstücke zum öffentlichen Straßennetz (§ 6 Abs. 2 und 3) - unter Angabe der Straßenbezeichnungen - dargestellt sein.

(Anm: LGBl. Nr. 70/1998, 96/2006, 34/2013, 55/2021)

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§ 4 (4)
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(4) Abs. 3 findet auch dann Anwendung, wenn sich eine Änderung der Grenzen von Grundstücken aus der Grundabtretungspflicht gemäß § 16 Abs. 1 ergibt.

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§ 4 (5)
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(5) Die Landesregierung kann im Interesse einer möglichst einfachen und zweckmäßigen Gestaltung der Anträge durch Verordnung die Verwendung von Formularen vorschreiben. Ferner kann die Landesregierung durch Verordnung die Zahl der Ausfertigungen des gemäß Abs. 3 Z 3 dem Antrag anzuschließenden Plans erhöhen oder vermindern, wenn und insoweit dies mit Rücksicht auf die Anzahl der Parteien des Verfahrens oder die Behörden bzw. Dienststellen, denen Ausfertigungen zu übermitteln sind, für eine möglichst rasche, zweckmäßige oder kostensparende Durchführung des Verfahrens geboten ist. (Anm: LGBl.Nr. 55/2021)

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§ 4 (6)
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(6) Die Landesregierung kann im Interesse einer möglichst einfachen und zweckmäßigen Gestaltung der Anträge durch Verordnung die Verwendung von Formularen vorschreiben. Ferner kann die Landesregierung durch Verordnung die Zahl der Ausfertigungen

  • 1. des gemäß Abs. 2 Z 3 dem Antrag anzuschließenden Auszuges aus der Katastralmappe und

  • 2. des gemäß Abs. 3 Z 4 dem Antrag anzuschließenden Planes erhöhen oder vermindern, wenn und insoweit dies mit Rücksicht auf die Anzahl der Parteien des Verfahrens oder die mit Ausfertigungen zu beteilenden Behörden oder Dienststellen für eine möglichst rasche, zweckmäßige oder kostensparende Durchführung des Verfahrens geboten ist.

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§ 5 Bauplätze / Bauplatzbewilligung
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Bauplatzbewilligung

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§ 5 (1)
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(1) Über einen Antrag gemäß § 4 hat die Baubehörde einen schriftlichen Bescheid zu erlassen. Die Bauplatzbewilligung ist zu erteilen, wenn

  • 1. die erforderliche Zustimmung des Grundeigentümers vorliegt,

  • 2. der Erteilung nicht gesetzliche Bestimmungen oder Bestimmungen eines Flächenwidmungsplanes oder eines Bebauungsplanes entgegenstehen und

  • 3. die Bauplatzbewilligung mit den Grundsätzen der Sicherung einer zweckmäßigen und geordneten Bebauung vereinbar ist.Dabei sind die öffentlichen Interessen der Sicherheit, der Gesundheit, des Verkehrs und der Wahrung eines ungestörten Orts- und Landschaftsbildes besonders zu beachten. Der Bauplatzbewilligung stehen auch dann Bestimmungen eines Bebauungsplanes entgegen, wenn der nach § 4 Abs. 3 Z 3 vorgelegte Plan für Zwecke der grundbücherlichen Teilung die Grundabtretungspflicht gemäß § 16 Abs. 1 nicht berücksichtigt. (Anm: LGBl.Nr. 55/2021)

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§ 5 (2)
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(2) Grundflächen, die sich wegen der natürlichen und tatsächlichen Gegebenheiten (wie Grundwasserstand, Hochwassergefahr, Steinschlag, Rutschungen, Lawinengefahr) für eine zweckmäßige Bebauung nicht eignen oder deren Aufschließung unvertretbare öffentliche Aufwendungen (für Straßenbau, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Energieversorgung und dergleichen) erforderlich machen würde, dürfen nicht als Bauplätze bewilligt werden. (Anm: LGBl.Nr. 34/2013)

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§ 5 (3)
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(3) Die Bauplatzbewilligung kann auch unter Auflagen und Bedingungen erteilt werden, die der Sicherung der im Abs. 1 und 2 angeführten Interessen dienen. § 46 Abs. 4 erster Satz gilt sinngemäß.(Anm: LGBl.Nr. 34/2013, 55/2021)

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§ 5 (4)
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(4) Soweit nicht auf Grund der natürlichen Gegebenheiten gemäß Abs. 2 die Bauplatzbewilligung zu versagen ist, dürfen Bauplatzbewilligungen für Grundflächen im 100-jährlichen Hochwasserabflussbereich sowie in der roten oder gelben Gefahrenzone im Sinn forst- oder wasserrechtlicher Vorschriften des Bundes nur unter der Bedingung erteilt werden, dass Neu-, Zu- und Umbauten von Gebäuden hochwassergeschützt nach Maßgabe des § 47 Oö. Bautechnikgesetz 2013 ausgeführt werden können. (Anm: LGBl.Nr. 34/2013)

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§ 5 (5)
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(5) Die Grenzen eines Bauplatzes müssen sich zur Gänze mit den Grundstücksgrenzen decken. Ein Bauplatz kann dabei auch eine geringfügige Fläche, die als Grünland gewidmet ist, umfassen. (Anm: LGBl.Nr. 34/2013)

Vertikalbegrünung im Außenraum Anforderungen an Planung, Ausführung, Pflege und Kontrolle

ÖNORM L 1136 Ausgabe: 2021-04-01

  • 4.1  Allgemeines ............................................................................................................................................................................ 6

  • 4.2  Kategorisierung .................................................................................................................................................................... 6

  • 4.2.1  Kategorie I: Bodengebundene Vertikalbegrünung mit Selbstklimmern......................................................7

  • 4.2.2  Kategorie II: Bodengebundene Vertikalbegrünung mit Rankhilfen und Kletterpflanzen....................7

  • 4.2.3  Kategorie III: Troggebundene Vertikalbegrünung ................................................................................................ 7

  • 4.2.4  Kategorie IV: Wandgebundene Vertikalbegrünung mit teilflächigen Vegetationsträgern ................... 7

  • 4.2.5  Kategorie V: Wandgebundene Vertikalbegrünung mit vollflächigen Vegetationsträgern....................8

4 Begrünungskategorien................................................................................................................................. 6

  • 5.1  Allgemeines ............................................................................................................................................................................ 8

  • 5.2  Ermittlung der Standorteigenschaften.................................................................................................................... 10

  • 5.2.1  Klimatische und witterungsbedingte Faktoren ................................................................................................... 10

  • 5.2.2  Bauwerksspezifische Faktoren ................................................................................................................................... 10

  • 5.2.3  Pflanzenspezifische Faktoren ...................................................................................................................................... 10

  • 5.3  Festlegung des Begrünungsziels ................................................................................................................................ 11

  • 5.4  Begrünbare Bauweisen .................................................................................................................................................. 12

  • 5.5  Statik und Befestigungen............................................................................................................................................... 12

  • 5.6  Qualitätsanforderungen an Konstruktionsmaterialien.................................................................................... 12

  • 5.7  Bauphysik............................................................................................................................................................................. 13

  • 5.8  Brandschutz/Brandverhalten ..................................................................................................................................... 13

5 Planung von Vertikalbegrünungen .......................................................................................................... 8

  • 5.9  Schäden an

  • 5.10  Technische Einrichtungen............................................................................................................................................. 13

  • 5.11  Bewässerung....................................................................................................................................................................... 14

  • 5.12  Wasserbevorratung ......................................................................................................................................................... 14

  • 5.13  Pflegemaßnahmen ........................................................................................................................................................... 14

  • 5.14  Qualitätssicherung zur Erreichung des Begrünungsziels ............................................................................... 15

  • 5.15  Messung des Deckungsgrads ....................................................................................................................................... 15

  • 5.16  Wartung ................................................................................................................................................................................ 16

Pflanzen ........................................................................................................................................................ 13

6.1 Kategorie I: Bodengebundene Vertikalbegrünung mit Selbstklimmern................................................... 16

  • 6.1.1  Bau von bodengebundenen Vertikalbegrünungen mit Selbstklimmern .................................................. 16

  • 6.1.2  Pflege von bodengebundenen Vertikalbegrünungen mit Selbstklimmern.............................................. 17

6.2 Kategorie II: Bodengebundene Vertikalbegrünung mit Rankhilfen und Kletterpflanzen................. 19

  • 6.2.1  Bau von bodengebundenen Vertikalbegrünungen mit Rankhilfen und Kletterpflanzen .................. 19

  • 6.2.2  Pflege von bodengebundener Vertikalbegrünung mit Kletterpflanzen .................................................... 21

6.3 Kategorie III: Troggebundene Vertikalbegrünung ............................................................................................. 22

  • 6.3.1  Bau von troggebundener Vertikalbegrünung ....................................................................................................... 22

  • 6.3.2  Pflege von troggebundener Vertikalbegrünung .................................................................................................. 24

6.4 Kategorie IV: Wandgebundene Vertikalbegrünung mit teilflächigen Vegetationsträgern ................ 25

  • 6.4.1  Bau von teilflächigen Vegetationsträgern .............................................................................................................. 25

  • 6.4.2  Pflege von teilflächigen Vegetationsträgern.......................................................................................................... 26

6.5 Kategorie V: Wandgebundene Vertikalbegrünung mit vollflächigen Vegetationsträgern................. 27

  • 6.5.1  Bau von vollflächigen Vegetationsträgern ............................................................................................................. 27

  • 6.5.2  Pflege von vollflächigen Vegetationsträgern......................................................................................................... 28

Das Ziel dieser ÖNORM ist die Erreichung und Erhaltung der ganzjährigen, dauerhaften, nachhaltigen Begrünung von vertikalen Wand- und Gebäudeflächen unter Berücksichtigung von Jahreszeiten, geo- grafischer und klimatischer Lage sowie des Begrünungsziels.

Diese ÖNORM beschreibt sowohl die Bauweisen als auch die Instandhaltung, Wartung und Pflege von Vertikalbegrünungen und die Anwendung von Baustoffen und Pflanzen.

Vertikalbegrünungen beeinflussen die Umwelt und Gebäude im Vergleich zu unbegrünten Bauwerken maßgeblich durch folgende Faktoren:

— Verbesserung des Mikroklimas (erhöhte Verdunstung, Beschattung, Kühlung, Staubbindung, Tau- bildung usw.),

— Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Nahbereich von Vertikalbegrünungen, — Aktivierung ungenutzter, urbaner Flächen als multifunktionale Oberflächen,
— Verbesserung des naturnahen Wasserhaushalts (Regenwassermanagement),
— Beitrag zur Entlastung der öffentlichen Kanalisation,

— Erhöhung der Artenvielfalt,

— Beschattung des Baukörpers,

— Reduktion des Schallpegels,

— Schutz des Baukörpers vor Umwelteinflüssen (z. B. Schlagregen, Sonneneinwirkung, Überhitzung, Energieflüsse),

— ökologischer Ausgleich von Grünflächenverlusten als Folge baulicher Maßnahmen,

— geografische Lage und Exposition.

Unter https://www.austrian-standards.at/info-oenormenfinden Sie allgemeine Informationen zur Erstellung von Standards, ihrer Anwendung sowie der Bedeutung einiger spezifischer Benennungen und Regeln, nach denen ihr Inhalt erstellt wird.

Personenbezogene Aussagen in dieser ÖNORM sind im Sinne der Gleichstellung für alle Geschlechter aufzufassen bzw. auszulegen.

Die vorliegende ÖNORM legt Grundsätze und Anforderungen für die vertikale Begrünung von Bau- werken fest.

Diese ÖNORM gilt für die Planung, Ausführung und Erhaltung von ausdauernden (mehrjährigen) Begrünungen von Wand- und Gebäudeflächen im Außenraum. Dies umfasst auch Wandbegrünungen mit Pflanztrögen, welche an Wänden aufgestellt bzw. aufgehängt werden.

Die vorliegende ÖNORM kann sinngemäß für die Begrünung von Pergolen, Trockensteinmauern, Gabionen, Lärmschutzwänden und freitragenden Konstruktionen angewendet werden. Ebenso gilt dies für Steilwände mit einer Neigung von 30° bis 150°, welche grundsätzlich begrünbar sind.

Steildächer von 30° bis 45° sind keine Fassadenbauweisen und werden weder in der vorliegenden ÖNORM noch in ÖNORM L 1131 behandelt.

Die Begrünung von Erdbauwerken, Dachflächen und Geländemodellierungen ist nicht Gegenstand dieser ÖNORM. Bauwerksabdichtungen und Bauwerksdämmungen sind nicht Gegenstand dieser ÖNORM.

3.1
Begrünungssystem
technischer Aufbau kombinierter Bauteile zur Schaffung eines Lebensraums für Pflanzen

3.2
Begrünungsziel
in einem festgelegten Zeitraum zu erreichender definierter Zustand der zu begrünenden Fläche

3.3
Deckungsgrad
Anteil der pflanzenbedeckten Oberfläche nach Ausbildung der oberirdischen, vitalen, vegetativen Pflanzenteile im Verhältnis zu der für die Begrünung vorgesehenen Oberfläche

Eigenschaft| Saatgut| Pflanze| Vegetation| Begrünungsverfahren| Pflege| Sicherungsmaßnahme| Standortqualität| Prüfung| Bodengemisch| Dränung| Bewertungsmodell| Landschaftsbau| Gartengestaltung| Bauwerk| Begrünung| Anforderung| Planung| Ausführung| Erhaltung| Grünraum| Begriffe| Begrünungskategorie| Begrünungsart| Voraussetzung| Bautechnisches Erfordernis| Sicherheit| Vegetationsfläche| Bauweise| Schichtdicke| Wurzelschutzsystem| Stoffgruppe| Dränschicht| Filterschicht| Vegetationstragschicht

Die vorliegende ÖNORM legt Grundsätze und Anforderungen für die vertikale Begrünung von Bauwerken fest. Diese ÖNORM gilt für die Planung, Ausführung und Erhaltung von ausdauernden (mehrjährigen) Begrünungen von Wand- und Gebäudeflächen im Außenraum. Dies umfasst auch Wandbegrünungen mit Pflanztrögen, welche an Wänden aufgestellt bzw. aufgehängt werden. Die vorliegende ÖNORM kann sinngemäß für die Begrünung von Pergolen, Trockensteinmauern, Gabionen, Lärmschutzwänden und freitragenden Konstruktionen angewendet werden. Ebenso gilt dies für Steilwände mit einer Neigung von 30° bis 150°, welche grundsätzlich begrünbar sind. Steildächer von 30° bis 45° sind keine Fassadenbauweisen und werden weder in der vorliegenden ÖNORM, noch in ÖNORM L 1131 behandelt. Die Begrünung von Erdbauwerken, Dachflächen und Geländemodellierungen ist nicht Gegenstand dieser ÖNORM. Bauwerksabdichtungen und Bauwerksdämmungen sind nicht Gegenstand dieser ÖNORM.

Vertikalbegrünung im Außenraum Anforderungen an Planung, Ausführung, Pflege und Kontrolle

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Normen

ÖNorm L 1136

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